Hartz und herzlich

Bürgergeld-Empfänger soll 40 Stunden arbeiten – und flippt aus

Bürgergeld-Empfänger soll 40 Stunden arbeiten – und flippt aus

Bei „Hartz und herzlich“ ist Pascal bekannt wie ein bunter Hund. Der Bürgergeld-Empfänger liegt in permanentem Clinch mit dem Jobcenter.

Pascal lebt mit seiner Mutter Beate in einer Sozialwohnung in den Benz-Baracken. Der 24-Jährige wuchs in dem sozialen Brennpunkt auf, seine Familie konnte sich nichts anderes leisten. Der „Hartz und herzlich“-Teilnehmer will es besser machen – das behauptet er zumindest. Seine neueste Aktion beim Amt lässt allerdings tief blicken.

bürgergeld empfänger Pascal telefoniert bei hartz und herzlich mit dem sachbearbeiter des jobcenters
Mit absoluter Überzeugung erklärt Pascal dem Sachbearbeiter des Jobcenters, dass er besser über die Regelungen Bescheid wisse. © Screenshot / RTLZWEI

Wie jeden Heranwachsenden fordert und fördert das Jobcenter auch den Benz-Barackler. Heißt: Solange die jungen Leute keinen sozialversicherungs­pflichtigen Job haben und nur von Bürgergeld leben, müssen sie berufsbildende Maßnahmen besuchen. Doch wie immer gibt es einen, der auf eine Ausnahme besteht – Pascal. Und der erklärt dem Sachbearbeiter direkt einmal, dass der keine Ahnung habe.

„Hartz und herzlich“-Pascal arbeitet 12 Stunden – Stress mit Jobcenter wegen Maßnahme

Pascal schaffte die Sensation; der Bürgergeld-Empfänger hat einen Minijob in einem nahegelegenen Supermarkt ergattert. Doch genau diese Anstellung sorgt nun für Stress mit dem Amt. Denn der 24-Jährige arbeitet gerade einmal 12 Stunden pro Woche – er bekommt also weiter die vollen Bezüge ausgezahlt und hat keine Abgaben. Doch das bedeutet auch, dass er weiterhin den Vorgaben des Jobcenters folgen muss.

„Ich weiß gar nicht, ob ich jetzt noch in die Maßnahme muss“, erklärt Pascal in den neuen Folgen. Er hofft, dank seiner Minijobstelle, von der er nicht leben kann, vom Amt frei zu sein. Dass er von dem Sachbearbeiter etwas anderes hört, sorgt für den nächsten von zahlreichen Disputen des Bürgergeld-Empfängers mit dem Jobcenter.

„Ein Minijob reicht nicht. Sie müssen weiterhin die Maßnahme besuchen“, wird dem „Hartz und herzlich“-Protagonisten am Telefon gesagt. Er müsse mindestens 20 Stunden die Woche arbeiten, um von den Anforderungen des Amts entbunden zu werden. Pascals Wochenarbeitszeit von zwölf Stunden reicht da nicht aus. Als der Sachbearbeiter dann ungeschönten Klartext mit dem Mannheimer spricht, kippt das Gespräch.

„Normalerweise ist Ihnen 40 Stunden die Woche zuzumuten!“, meint er bestimmt. Der 24-Jährige, der bei „Hartz und herzlich“ nicht für seinen Arbeitswillen bekannt ist, wird bockig. Sein Betrieb könne ihm nicht mehr Stunden anbieten, also könne er nichts dafür. Er will das Gespräch beenden und lieber mit einer anderen Sachbearbeiterin reden – da hofft er auf ein besseres Ergebnis.

Doch Pascal wäre nicht er selbst, wenn er nicht noch frech werden würde. Der Jobcenter-Mitarbeiter erklärt ihm, dass er weiterhin täglich zum „Förderband“, einer Maßnahme, gehen müsse. Selbstgefällig grinsend erwidert der Bürgergeld-Empfänger: „Wenn Sie das sagen. Ich habe da eine andere Kenntnis als Sie, aber…“ Eine Anmaßung, die sein Gegenüber sich nicht gefallen lässt und ihn unterbricht.

„Nein, nein, das glaube ich nicht“, tönt es nun auch weniger wohlgesonnen aus dem Handy. Danach beenden die beiden Männer das Gespräch. Es ist nicht das erste Mal, dass Pascal den Mitarbeitern des Jobcenters gegenüber frech wird, nur weil er seinen Willen nicht bekommt. Und womöglich war es auch nicht das letzte Mal. (str)

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